Brutale Betrugsmasche: Fake-Chef von Erotikportal droht Mann, seine ganze Familie zu töten

Kassel - Er soll Prostituierte bei einem Erotikportal angefragt und dann aber wieder abgesagt haben: Jetzt wird einem Mann aus Kassel der Tod seiner Familie angedroht, wenn er nicht zahlt.

Die Polizei in Nordhessen berichtet von etwa einem Dutzend ähnlicher Fälle, die in den vergangenen Monaten in der Region gemeldet wurden. (Symbolbild)
Die Polizei in Nordhessen berichtet von etwa einem Dutzend ähnlicher Fälle, die in den vergangenen Monaten in der Region gemeldet wurden. (Symbolbild)  © 123rf/thomas fehr

Ein Sprecher der Polizei berichtete heute von dieser besonders brutalen Art von sexueller Erpressung. Mehrere Fälle dieser "Sextorition"-Masche seien demnach der nordhessischen Polizei bekannt.

Den Fall des Mannes aus Kassel, der sich schließlich verängstigt an die Polizei gewandt hatte, schilderte der Sprecher ebenfalls.

Das Opfer habe Mitte Februar über einen Messenger-Dienst eine Nachricht mit einer unbekannten Nummer aus der Dominikanischen Republik erhalten. Der Absender gab sich als Verantwortlicher eines Online-Erotikportals aus Deutschland aus.

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Dieser beschuldigte nun den Mann aus Kassel, Dienstleistungen auf seiner Webseite angefragt und dann wieder abgesagt zu habe. Dadurch seien Kosten in Höhe vom 1800 Euro entstanden, die jetzt noch offen sind. Und wenn er diesen Betrag nicht zahle, dann "gäbe es Krieg".

Es würde ein Auftragsmörder damit beauftragt werden, ihn und seine ganze Familie zu töten. Um die Drohung zu bekräftigen, wurde außerdem ein Video geschickt, das einen Mann mit Schusswaffe zeigt.

Opfer wollen nicht mit Prostitution in Verbindung gebracht werden und vertrauen sich niemandem an

Die Täter setzten darauf, dass es den Opfern so unangenehm ist, mit Prostitution in Verbindung gebracht zu werden, dass sie niemandem anvertrauen. (Symbolbild
Die Täter setzten darauf, dass es den Opfern so unangenehm ist, mit Prostitution in Verbindung gebracht zu werden, dass sie niemandem anvertrauen. (Symbolbild  © Andreas Arnold/dpa

Wie der Polizeisprecher nun sagte, seien es in den vergangenen Monaten etwa ein halbes Dutzend Fälle aus der Region gemeldet worden, bei denen die Opfer genau mit dieser Masche wegen angeblich verursachter "Probleme mit Mädchen" eines Erotikportals unter Druck gesetzt wurden.

Zudem würden die Täter darauf setzen, dass den Opfern es derart unangenehm sei, mit Prostitution in Verbindung gebracht zu werden, dass sie sich damit nicht Angehörigen oder der Polizei anvertrauen würden.

Die Ermittlungen laufen. Nach dem aktuellen Erkenntnisstand deute darüber hinaus nichts darauf hin, dass den Empfängern der Nachrichten eine reale Gefahr drohe.

Titelfoto: Andreas Arnold/dpa

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