Nachtschlichter, Polizeistreifen, Amtskontrollen: Bringt das wirklich weniger Kriminalität in der Neustadt?

Dresden - Hochstimmung in der Neustadt: Auch in dieser Freiluftsaison fördert der Stadtbezirk Kulturangebote und Party-Action im Viertel - zum Beispiel den Klubkultursommer mit 40.000 Euro. Zugleich ist die Kriminalität im Szeneviertel teilweise rückläufig. Stadtverwaltung und Polizei sind guter Dinge.

Das sogenannte "Assi-Eck" in der Äußeren Neustadt ist ein beliebter Treffpunkt im Sommer. Zuletzt gab es hier weniger Konflikte zwischen feiernden Menschen und Anwohnern, sagt die Stadt.
Das sogenannte "Assi-Eck" in der Äußeren Neustadt ist ein beliebter Treffpunkt im Sommer. Zuletzt gab es hier weniger Konflikte zwischen feiernden Menschen und Anwohnern, sagt die Stadt.  © Thomas Türpe

Die städtische Kriminalprävention der vergangenen Jahre funktioniere, findet Stadtbezirksamtsleiter André Barth (58). "Die Ergebnisse kann man schon objektiv sehen. Es gibt weniger Kriminalität und keine Probleme mehr mit Straßenbahn-Streichlern."

Die typischen Neustädter Sommer-Feten, die teils aus städtischen Töpfen finanziert werden, hätten ebenfalls einen erfreulichen Effekt. Er verweist auf den Klubkultursommer und den Kieztag. "Mit solchen Veranstaltungen lassen sich Plätze, die man vorher zum Beispiel mit Drogenkonsum verknüpft hat, positiv zurückgewinnen."

Das Modell der Nachtschlichter, die abendliche Konflikte in der Neustadt beruhigen sollen, habe sich ebenfalls bewährt. Noch finanziert der Freistaat das Projekt mit, 2026 sind dafür 180.000 Euro im Stadt-Haushalt eingeplant.

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Ordnungsbürgermeisterin Eva Jähnigen (59, Grüne) lobt: "Ich glaube, wir können in der Stadt neben Kontrolle und dem Verfolgen von Straftaten sehr gut auf Prävention und Kommunikation setzen."

"Im Jahr 2025 wird der Bereich des Albertplatzes, der Bautzner Straße und der Alaunstraße als Eingangstor den Einsatzschwerpunkt bilden. Positive Tendenzen sind hier derzeit nicht zu erkennen", erklärt Jürgen Kunath (45), Leiter des Polizeireviers Dresden-Nord.
"Im Jahr 2025 wird der Bereich des Albertplatzes, der Bautzner Straße und der Alaunstraße als Eingangstor den Einsatzschwerpunkt bilden. Positive Tendenzen sind hier derzeit nicht zu erkennen", erklärt Jürgen Kunath (45), Leiter des Polizeireviers Dresden-Nord.  © Thomas Türpe
Ordnungsbürgermeisterin Eva Jähnigen (59, Grüne) setzt auf Prävention.
Ordnungsbürgermeisterin Eva Jähnigen (59, Grüne) setzt auf Prävention.  © Thomas Türpe
Freut sich über stellenweise weniger Straftaten: Stadtbezirksamtsleiter André Barth (58).
Freut sich über stellenweise weniger Straftaten: Stadtbezirksamtsleiter André Barth (58).  © Thomas Türpe

Straftatenniveau mancherorts konstant hoch

Der Scheunevorplatz zählt immer noch als Kriminalitätsbrennpunkt.
Der Scheunevorplatz zählt immer noch als Kriminalitätsbrennpunkt.  © Thomas Türpe

So erfolgreich sei die Kriminalprävention in der Neustadt, dass die Bürgermeisterin nun den Entwurf einer verschärften Polizei-Verordnung von 2022 zurückzieht.

Demnach wäre es schon als Ordnungswidrigkeit gewertet worden, sich neben eine Gruppe von Störern zu stellen. Was bleibt, sind Streifen von Ordnungsamt und Polizei.

Zwar gelten der Alaunplatz und das sogenannte "Assi-Eck" mittlerweile nicht mehr als Brennpunkte. Revierleiter Jürgen Kunath (45) zufolge hatten sich Körperverletzungen und Sexualdelikte dort zuletzt halbiert. Zudem habe es 2024 nur elf polizeiliche Einsatztage in der Äußeren Neustadt gegeben - statt wie zu Hochzeiten bis zu 60.

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"Aber vom Albertplatz bis zum Scheunevorplatz ist das Straftatenniveau konstant hoch. Wir wollen uns auf Erfolgen nicht ausruhen. Eine polizeiliche Grundpräsenz muss es immer geben." Konkrete Zahlen zur Kriminalitätsentwicklung will er im Stadtbezirksbeirat im Mai vorstellen.

Titelfoto: Bildmontage: Thomas Türpe (2)

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