Ministerposten für Sachsen in Berlin? Reine Spekulation!
Dresden/Berlin - Die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und SPD im Bund sind auf der Zielgeraden. Das Personalkarussell dreht sich mittlerweile so schnell, dass manchem auch im Freistaat schwindlig werden dürfte.

Vermutlich hat auch Sachsens stellvertretende Ministerpräsidentin und Gesundheitsministerin Petra Köpping (66, SPD) schon den Fuß zum Bremsen rausgehalten.
Sie wird derzeit als heiße Kandidatin für eine mögliche Nachfolge von Karl Lauterbach (62, beide SPD) gehandelt. Selbst den sächsischen Regierungs-Chef Michael Kretschmer (49, CDU) sieht die "Bild" schon in Berlin.
Köpping ist immerhin seit 2014 in ministerieller Verantwortung und hat den Freistaat durch die Pandemie manövriert. Zudem saß sie bei den Koalitionsfachgesprächen in Berlin mit am Verhandlungstisch.
"Das ist alles nur Spekulatius", heißt es hinter vorgehaltener Hand aus ihrer Fraktion. Auch das sächsische Gesundheitsministerium will das Gerücht nicht kommentieren. Und auch Petra Köpping selbst schweigt.

Kandidatenvorschläge aus dem Westen dominieren

Seit Montag blickt man in Ostdeutschland noch ein bisschen gespannter auf die Besetzungscouch des (vermutlich) nächsten Bundeskanzlers Friedrich Merz (69, CDU), nachdem Michael Kretschmer gleich mehrere Posten in der nächsten Berliner Regierung für Minister aus dem Osten reklamiert hatte.
An sich selbst dachte er dabei vermutlich zuletzt, zumal er einen Umzug nach Berlin bisher stets ausgeschlossen hatte. Einen gewissen Reiz hätte der Wechsel für ihn durchaus.
Das Dilemma "Minderheitsregierung" wäre für ihn damit Geschichte. Sich so aus der Affäre zu ziehen, sähe ihm allerdings gar nicht ähnlich.
Weder er noch Köpping stehen auf einer "Besetzungsliste", die Medienberichten zufolge seit dem Wochenende in Berlin kursieren soll. Dafür andere Kandidaten aus dem Osten. Die Noch-Bundesbauministerin Klara Geywitz (49, SPD) zum Beispiel.
Oder der Bundesbeauftragte für Ostdeutschland, der aus Thüringen stammende Carsten Schneider (49, SPD). Auch dem gesundheitspolitischen Sprecher der CDU-Fraktion, dem Anhalter Tino Sorge (50), wird der Wechsel in ein Ministeramt zugetraut.
Insgesamt dominieren jedoch Kandidatenvorschläge aus dem Westen. Sachsen stehen übrigens nicht auf der Liste.
Titelfoto: dpa/Kay Nietfeld