Weil der einzige Fahrstuhl streikt: Betagte Mieter sind in ihren Wohnungen gefangen!

Dresden - Für die Bewohner ist das eine Katastrophe: In einem Mehrfamilienhaus an der Kesselsdorfer Straße in Löbtau ist der einzige Aufzug ausgefallen. Gehbehinderte Senioren sind auf ihren Etagen gefangen, eine Hundehalterin schafft es nicht mal mehr zum "großen Geschäft" heraus ...

Mieterin Hannelore Jupé (84) aus dem vierten Stock musste ihren gehbehinderten Mann Rudolf (84) stützen und durchs Treppenhaus tragen. Dabei kam es bereits zum Sturz.
Mieterin Hannelore Jupé (84) aus dem vierten Stock musste ihren gehbehinderten Mann Rudolf (84) stützen und durchs Treppenhaus tragen. Dabei kam es bereits zum Sturz.  © Norbert Neumann

Laut den Bewohnern gab es seit Oktober Probleme mit dem Fahrstuhl. "Er blieb stehen, wackelte, öffnete sich in falschen Etagen", sagt Mieterin Hannelore Jupé (84), die ganz oben im vierten Stock wohnt.

"Den TÜV hat er wohl nicht mehr bestanden. Am vergangenen Donnerstag wurde der Fahrstuhl dann stillgelegt. Ich habe telefonisch versucht, Hilfe zu bekommen, habe aber nichts erreicht."

Ihr Mann Rudolf (84) leidet an schwerer Diabetes, hat kaum Gefühl in den Beinen, ist auf den Rollstuhl angewiesen.

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"Er muss zu seinen Arztterminen. Ich habe ihn über die Schulter genommen und durchs Treppenhaus geschleppt. Dabei ist er leider gestürzt, verletzte sich am Knie", sagt die frühere OP-Schwester.

"Nochmal wollen wir das nicht riskieren." Sohn Edmon konnte wenigstens Lebensmittel einkaufen und hochtragen, doch er ist auch schon 64 Jahre alt ...

Auch für Haustiere ist die Situation schwierig

Kommt nicht mal mehr fürs "große Geschäft" raus: Gabriele Nötzold (70) mit ihren beiden Chihuahuas.
Kommt nicht mal mehr fürs "große Geschäft" raus: Gabriele Nötzold (70) mit ihren beiden Chihuahuas.  © Norbert Neumann

Nebenan wohnt Gabriele Nötzold (70) mit ihren Chihuahuas Lilly (11) und Matty (2).

"Ich komme mit Rollator nicht mehr raus. Meine Hunde müssen in der Wohnung ihr Geschäft verrichten.

Ich habe dafür jetzt einen Käfig mit Küchenrolle ausgelegt", sagt die Seniorin. "Eine Schande ist das!"

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"Jede einzelne Stufe ist eine Qual", bekennt Christa Klawe (91). Sie versucht, einmal am Tag wenigstens zum Briefkasten zu kommen.

"Meine Friseuse hat mir in der Wohnung die Haare geschnitten. Aber das kostet natürlich extra."

"Jede Stufe eine Qual": Christa Klawe (91) versucht sich wenigstens einmal am Tag zum Briefkasten (und wieder zurück) zu kämpfen.
"Jede Stufe eine Qual": Christa Klawe (91) versucht sich wenigstens einmal am Tag zum Briefkasten (und wieder zurück) zu kämpfen.  © Norbert Neumann

Kein Ende in Sicht

Der Fahrstuhl hatte seit Oktober Probleme gemacht, wurde vergangenen Donnerstag stillgelegt.
Der Fahrstuhl hatte seit Oktober Probleme gemacht, wurde vergangenen Donnerstag stillgelegt.  © Norbert Neumann

Wie lange die 15 Mietparteien noch ohne Aufzug auskommen müssen, weiß keiner im Haus.

Laut einem Zettel am Fahrstuhl ist eine Dichtung am Hydraulikzylinder defekt, die Hausverwaltung "ZBVV" mit Sitz in Erlangen sei informiert.

Wann der Fahrstuhl wieder funktioniert, konnte ein Sprecher am gestrigen Dienstag auf TAG24-Anfrage nicht sagen.

Es könne mehrere Tage dauern, bis er einen "belastbaren Sachstand" habe ...

Titelfoto: Norbert Neumann

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