Übungsplatz statt XXL-Moschee? Weiter Wirbel um Neubaupläne in Dresden

Dresden - Der Verein Marwa Elsherbiny Kulturzentrum (MEKZ) träumt von einer XXL-Moschee in der Dresdner Johannstadt. Knackpunkt: Vereins-Chef Saad Elgazar (58) ist laut Verfassungsschutz Muslimbruder. Nun sorgt eine neue Vorlage für Ärger im Bauausschuss.

Modern und geräumig soll die neue Moschee werden, finanziert mit Spendengeldern. Aber wird sie auch gebaut?
Modern und geräumig soll die neue Moschee werden, finanziert mit Spendengeldern. Aber wird sie auch gebaut?  © Visualisierung/Sven Ellger

Vor knapp einem Jahr hatte der Ausschuss das Rathaus mit einem neuen Bebauungsplan beauftragt. Auf dem Gelände solle künftig ein Verkehrsübungsplatz für Schüler entstehen.

Ziel: den Moscheeneubau an der Marschnerstraße verhindern. Doch immer noch hat Baubürgermeister Stephan Kühn (45, Grüne) keinen Plan vorgelegt. Er will den Beschluss lieber aufheben!

Bauausschuss-Mitglied Veit Böhm (59, CDU): "Darüber bin ich sehr erstaunt. Wir beharren auf dem Beschluss." Ohne neuen Bebauungsplan hat die Stadt wenig Möglichkeiten, den Neubau abzuwenden.

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Unklar außerdem, ob das Rathaus bereits mit dem MEKZ über einen Grundstückstausch oder -ankauf verhandelt. Auch dazu wurde es nach dem Beschluss beauftragt.

Der Verfassungsschutz wirft Vereins-Chef Saad Elgazar (58) vor, Islamismus zu verbreiten.
Der Verfassungsschutz wirft Vereins-Chef Saad Elgazar (58) vor, Islamismus zu verbreiten.  © Eric Münch

Verein will sein Grundstück behalten

Das grün umzäunte Grundstück an der Marschnerstraße verkaufte die DREWAG vor 16 Jahren an den Moscheeverein. Verkaufspreis: 140.000 Euro.
Das grün umzäunte Grundstück an der Marschnerstraße verkaufte die DREWAG vor 16 Jahren an den Moscheeverein. Verkaufspreis: 140.000 Euro.  © Steffen Füssel

Auf TAG24-Anfrage äußerte sich das Rathaus nicht. Dafür erklärt Samy Ibrahim (57) vom MEKZ: "Die Stadt müsste uns ein Angebot für ein gleichwertiges Baugrundstück in der Innenstadt machen."

Generell mische sich die Verwaltung übermäßig in Vereinsangelegenheiten ein, findet Ibrahim. "Wir werden kritisiert, weil unser Vereins-Chef vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Aber wir können nicht auf ihn verzichten."

Davon unabhängig sei die Notwendigkeit einer größeren Moschee. Mittlerweile beteten nicht mehr Hunderte, sondern Tausende Muslime im Verein.

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Aus Platzgründen verrichten sie ihr Freitagsgebet teils unter freiem Himmel.

Titelfoto: Montage: Visualisierung/Sven Ellger, Eric Münch

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