Reichstag, Residenzschloss, Präsidentenpalast: Sächsischer Glashaus-Bauer weltweit gefragt
Dresden - Ohne ihre Arbeit würden viele im Regen stehen. Ob Glasdach im Residenzschloss, Mittelkuppel der Kunstakademie, der Eingangsbereich bei VW in Wolfsburg oder die Fensterfront des Porsche-Kundencenters in Leipzig - das Dresdner Unternehmen MBM fertigt mit 100 Mitarbeitern Fenster, Dächer und Fassaden aus Glas, Alu und Stahl. Und das seit genau 130 Jahren!

"Das Unternehmen wurde am 1. April 1895 von Handwerker Georg Höntsch mit zwei Mitarbeitern in Niedersedlitz gegründet", verweist Mitgesellschafter und Geschäftsführer Carsten Quapil (52) auf die traditionsreiche Firmengeschichte.
"Das Unternehmen war auf Gewächshäuser und Orangerien spezialisiert, hatte in den 1920er-Jahren über 1000 Mitarbeiter." Der Standort blieb, das Geschäftsfeld hat sich seit der Privatisierung des DDR-Kombinats dem Fassadenbau zugewandt.
"Seit 1990 haben wir rund 180 Projekte mit einem Bauvolumen von über einer halben Milliarde Euro realisiert", weiß Prokurist Ronald Zahnow (63).


MBM sorgt auf der ganzen Welt für Durchblick

Die Liste der Referenzobjekte ist lang. "In Georgiens Hauptstadt Tiflis haben wir die Kuppel des Präsidentenpalastes gebaut, in Batumi die Glasfassade eines Infopoints", zählt Zahnow auf.
Für den gläsernen Lesesaal der Staatsbibliothek Berlin verbauten die Dresdner rund 1000 Tonnen Material.
Das Reichspräsidentenpalais gleich neben dem Berliner Reichstag versahen sie in der Rekordzeit von nur zehn Tagen mit einem Glasdach aus zwölf vorgefertigten Teilen. "Der Name MBM bedeutet für uns: Macht Besonderes Möglich", lacht Quapil.
Das gilt auch für Dresden, dessen Stadtbild die Arbeit von MBM mitgeprägt hat. Die Fassaden vom Kugelhaus am Wiener Platz, der TU-Fakultät Informatik, des Verlagshaus von Morgenpost und Sächsischer Zeitung oder der Eingang des Orang-Utan-Hauses wurden von MBM ebenso gebaut wie die Kuppelverglasung der Frauenkirche.


"In diesem Jahr arbeiten wir am Dom-Hotel Köln, das Headquarter von Universal Music in Berlin und der Görlitzer Bahnhof folgen", blickt MBM in die Zukunft.
Titelfoto: Montage: IMAGO/Frank Bienewald, IMAGO/GFC Collection, Steffen Füssel