Große Putz-Aktion: Freiwillige befreien Elbwiesen von Müll
Dresden - Am Samstag war wieder großes Reinemachen an der Elbe. Vom westlichen Stadtzipfel Cossebaude bis nach Pillnitz sammelten 2000 Freiwillige fremden Dreck weg: Zigarettenstummel, Silvesterböller, Bierdeckel, Kondome. Was war ihr Ansporn?

Das Wetter jedenfalls nicht, denn zum Start der Elbwiesenreinigung um 9 Uhr standen Wolken am Himmel. Trotzdem versammelte sich eine ganze Postkolonne an der Carolabrücke.
"Ich will helfen, Dresden schöner zu machen. Dieser Schmutz ist einfach kein Aushängeschild für Dresden", erklärte DHL-Mitarbeiter Kevin Szkop (22) aus Blasewitz. Mit Familie unterwegs war Kollegin Antje Beyer (48): "Dresden ist unser Zuhause und das hält man sauber."
Zwischen Albertbrücke und Prießnitzmündung hielt Bauingenieur Tobias Mansperger (46) Ausschau nach Abfall. Es dauerte nicht lang, bis Flaschen, Feuerzeug und Damenbinde in seinen Müllbeutel wanderten.
"Fahre ich Montagfrüh mit dem Fahrrad den Elberadweg entlang, ist alles verdreckt. Im Alaunpark war es ähnlich, bis die Stadt große Abfalleimer aufgestellt hat." Er wünscht sich selbiges für die Elbwiesen - und mehr Umweltbewusstsein seiner Mitbürger.



Elbwiesen-Reinigung: "Jede kleine Verpackung und jede Kippe ist eine zu viel"

Findet auch Studentin Sophie Kunoth (23) auf Johannstädter Elbseite: "Der Müll auf den Elbwiesen landet schnell in der Elbe und dann im Meer. Das ist ein echtes Umweltproblem." Beide machten erstmalig bei der städtischen Putzaktion mit.
Nicht so Ingenieurin Apurva Devarmani (38) aus Löbtau: "Ich bin zum vierten Mal dabei und finde, dass der Müll seither weniger geworden ist. Aber jede kleine Verpackung und jede Kippe ist eine zu viel."

Sie machte bereits große Müllfunde. "Letztes Jahr habe ich eine große Picknickdecke aufgelesen." Diesmal fand sie eine alte Fußmatte - die gehört definitiv nicht an die Elbe.
Titelfoto: Bildmontage: Eric Münch