Große Putz-Aktion: Freiwillige befreien Elbwiesen von Müll

Dresden - Am Samstag war wieder großes Reinemachen an der Elbe. Vom westlichen Stadtzipfel Cossebaude bis nach Pillnitz sammelten 2000 Freiwillige fremden Dreck weg: Zigarettenstummel, Silvesterböller, Bierdeckel, Kondome. Was war ihr Ansporn?

Die Stadt Dresden stellte den freiwilligen Elbwiesen-Reinigern pinke Müllbeutel.
Die Stadt Dresden stellte den freiwilligen Elbwiesen-Reinigern pinke Müllbeutel.  © Eric Münch

Das Wetter jedenfalls nicht, denn zum Start der Elbwiesenreinigung um 9 Uhr standen Wolken am Himmel. Trotzdem versammelte sich eine ganze Postkolonne an der Carolabrücke.

"Ich will helfen, Dresden schöner zu machen. Dieser Schmutz ist einfach kein Aushängeschild für Dresden", erklärte DHL-Mitarbeiter Kevin Szkop (22) aus Blasewitz. Mit Familie unterwegs war Kollegin Antje Beyer (48): "Dresden ist unser Zuhause und das hält man sauber."

Zwischen Albertbrücke und Prießnitzmündung hielt Bauingenieur Tobias Mansperger (46) Ausschau nach Abfall. Es dauerte nicht lang, bis Flaschen, Feuerzeug und Damenbinde in seinen Müllbeutel wanderten.

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"Fahre ich Montagfrüh mit dem Fahrrad den Elberadweg entlang, ist alles verdreckt. Im Alaunpark war es ähnlich, bis die Stadt große Abfalleimer aufgestellt hat." Er wünscht sich selbiges für die Elbwiesen - und mehr Umweltbewusstsein seiner Mitbürger.

Der Elbwiesen-Schmutz ist kein gutes Aushängeschild für Dresden, findet Kevin Szkop (22).
Der Elbwiesen-Schmutz ist kein gutes Aushängeschild für Dresden, findet Kevin Szkop (22).  © Eric Münch
Für eine saubere Heimatstadt: Post-Angestellte Antje Beyer (48, r.), Sohn Richard Rietschel (18) und Schwiegertochter Susanne Sorge (26) beseitigten samstags den Müll anderer Leute.
Für eine saubere Heimatstadt: Post-Angestellte Antje Beyer (48, r.), Sohn Richard Rietschel (18) und Schwiegertochter Susanne Sorge (26) beseitigten samstags den Müll anderer Leute.  © Eric Münch
Tobias Mansperger (46) füllte schnell seinen Müllbeutel.
Tobias Mansperger (46) füllte schnell seinen Müllbeutel.  © Eric Münch

Elbwiesen-Reinigung: "Jede kleine Verpackung und jede Kippe ist eine zu viel"

Sophie Kunoth (23) appelliert an das Umweltbewusstsein ihrer Mitbürger.
Sophie Kunoth (23) appelliert an das Umweltbewusstsein ihrer Mitbürger.  © Eric Münch

Findet auch Studentin Sophie Kunoth (23) auf Johannstädter Elbseite: "Der Müll auf den Elbwiesen landet schnell in der Elbe und dann im Meer. Das ist ein echtes Umweltproblem." Beide machten erstmalig bei der städtischen Putzaktion mit.

Nicht so Ingenieurin Apurva Devarmani (38) aus Löbtau: "Ich bin zum vierten Mal dabei und finde, dass der Müll seither weniger geworden ist. Aber jede kleine Verpackung und jede Kippe ist eine zu viel."

Diese Fußmatte las Apurva Devarmani (38) am Samstag auf.
Diese Fußmatte las Apurva Devarmani (38) am Samstag auf.  © Eric Münch

Sie machte bereits große Müllfunde. "Letztes Jahr habe ich eine große Picknickdecke aufgelesen." Diesmal fand sie eine alte Fußmatte - die gehört definitiv nicht an die Elbe.

Titelfoto: Bildmontage: Eric Münch

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