Gemecker, auch aus dem Stadtrat: Fraktion will "Walk of Fame" canceln
Dresden - Soll Dresden einen "Walk of Fame" einrichten, auf dem Dresdner Promis und "Alltagshelden" ihre Fußabdrücke auf Aluminiumplatten verewigen können? Das noch nicht bewilligte Werbe-Projekt sorgt für Kritik.

Die Idee stammt vom Verein "Marketing Club Dresden", der dabei auch von den städtischen Werbe-Profis unterstützt wird. Fördermittel in Höhe von 50.000 Euro soll der Stadtbezirksbeirat Altstadt bewilligen, um im Sommer am Pirnaischen Platz erste Fußabdrücke zu installieren.
Die Initiatoren haben als Promis bislang etwa Maler Gerhard Richter (93) oder Mediziner Gerhard Ehninger (72) nominiert. Die "Alltagshelden" sollen zwar von Dresdnern vorgeschlagen, aber letztlich auch von einer Jury der Projektinitiatoren ausgewählt werden, in der auch Marketing-Chefin Corinne Miseer (48) sitzen soll.
Nach Kritik von Dresdens Gleichstellungsbeauftragter am niedrigen Frauenanteil der bislang Nominierten äußert sich jetzt auch Team Zastrow kritisch.
"Die Idee der Auswahl von Ehrungen durch die Antragsteller selbst ist ein Affront gegenüber den von den Bürgern gewählten Stadträten", schimpft Stadtrat Jens Genschmar (55).
Ehrung bereits auf andere Art und Weise

Mit der Ehrenbürgerschaft und -medaille gebe es bereits Möglichkeiten zur Ehrung, bei der die Auswahl in einem demokratischen Prozedere durch gewählte Stadträte getroffen werde.
Zugleich fordert die Fraktion die Verwaltung auf, die Projektvorlage "unverzüglich zurückzuziehen".
Man könne dafür nicht 50.000 Euro Steuergelder ausgeben, während OB Dirk Hilbert (53, FDP) gleichzeitig vorschlage, massive Einschnitte beim ÖPNV vorzunehmen oder Elternbeiträge zu erhöhen.
Titelfoto: Fotomontage: Eric Münch//Norbert Neumann