Eine Moschee in der Johannstadt? Bau-Ausschuss stimmt ab!
Dresden - Dresdens Muslime wünschen sich ein großes Gebetshaus. Die soll an der Marschnerstraße (Johannstadt) entstehen. Doch darf der Verein, der im Bericht des Verfassungsschutzes auftaucht, seine Pläne auch umsetzen? Das war am Mittwoch Thema im Bau-Ausschuss.

Seit 2009 nutzt das islamische Marwa El-Sherbiny Kultur- und Bildungszentrum (MKEZ) den örtlichen Flachbau. Nun soll ein Begegnungszentrum entstehen, das wie eine Moschee anmutet. Fraktionsübergreifend stemmten sich die Mitglieder des Ausschusses gegen das Vorhaben in seiner jetzigen Form.
Die AfD will die Errichtung verhindern und stellte einen Antrag, der für einen Teil des Geländes die Nutzung als Grünfläche vorsieht. Die CDU brachte ein Papier ein, das Kindern im Vorfeld der angrenzenden 113. Grundschule einen Fahrradübungsplatz und Spielflächen zusprechen soll.
Zudem regten die Christdemokraten Verhandlungen über einen Grundstückstausch an (um gegebenenfalls das Kulturzentrum woanders zu platzieren).
Nach kurzer Unterbrechung der Sitzung bekam der CDU-Antrag bei zehn Stimmen und sechs Enthaltungen eine Mehrheit. Die Abstimmung über den AfD-Antrag entfiel. OB Dirk Hilbert (52, FDP) ist nun aufgefordert, dem Ausschuss unter Berücksichtigung "aktueller Entwicklungen und Rahmenbedingungen" einen Aufstellungsbeschluss (Vorstufe zu neuem Bebauungsplan) vorzulegen.

Die Baupolitiker werden mit Blick auf die Kommunalwahl und Sommerpause aber womöglich erst wieder in der zweiten Jahreshälfte über das Thema beraten.
Titelfoto: Montage: Sven Ellger, Steffen Füssel