Brandopfer hat schwer zu kämpfen: "Mein Herz zittert noch"
Tharandt (Sachsen) - Es hätte in einer Tragödie enden können: Mitten in der Nacht zum 30. März bricht in der Wohnung von "Baagi" (46) auf der Pienner Straße 16 in Tharandt plötzlich ein Feuer aus.

Herd und Wasserkocher stehen in Flammen. Dichter Rauch füllt die Räume, die Hitze steigt. Baagi, die nur mit ihrem Spitznamen genannt werden möchte, verliert das Bewusstsein.
Der Feueralarm riss die Nachbarn aus dem Schlaf, sie alarmierten die Rettungskräfte. Kameraden der Feuerwehr Tharandt verschafften sich mit Atemschutzmasken Zutritt zur mittlerweile komplett in Rauch verhüllten Wohnung und holten die bewusstlose Frau gerade noch rechtzeitig heraus. "Hätten Sie mich nicht nicht rausgeholt, wäre ich vielleicht gestorben", sagt sie leise.
Sie kann sich kaum an etwas von dieser Nacht erinnern. Laut Polizei geriet Essen auf dem Herd in Brand. Im Krankenhaus kommt Baagi wieder zu sich. "Wo ist mein Sohn?", ist das Erste, was sie fragt.
Der 14-Jährige hatte an diesem Abend zum ersten Mal die Erlaubnis, bei Freunden zu übernachten - ein unfassbares Glück.

Wohnung unbewohnbar: Baagi hofft auf Hilfe

Baagi überlebt mit einer Rauchgasvergiftung, doch die Wohnung ist zerstört, derzeit unbewohnbar.
"Ich kann nicht schlafen, mein Herz zittert noch immer", sagt sie niedergeschlagen. "Ich möchte nicht zurück, zu viele schlechte Erinnerungen kommen hier hoch", erzählt die Wissenschaftlerin.
Sie arbeitet an der TU Dresden im Bereich Umweltwissenschaften und Forstbotanik. Erst vor Kurzem hat sie ihre Doktorarbeit verteidigt. Jetzt dieser Rückschlag.
Aktuell lebt die alleinerziehende Mutter übergangsweise einige Straßen weiter. Sie stammt aus der Mongolei, hat keine Hausratversicherung, keine Familie in der Nähe. Freunde und Nachbarn haben eine Spendenaktion gestartet, um ihr wieder auf die Beine zu helfen.
Hier kann gespendet werden: www.gofundme.com/f/bebvms-wohnungsbrand.
Titelfoto: Bildmontage: Petra Hornig