Dresdner Hobbyimker in der Krise: Das ist der Grund
Dresden - In diesen Tagen machen die ersten Bienen wieder die Stadt unsicher. Das bedeutet: endlich Frühling! Doch für die Biene läuft es gar nicht blumig: Neben dem Klimawandel setzt ihr die Varroa-Milbe zu. Jeden Winter verenden bis zu 50 Prozent der Völker an dem Schädling – und das trotz Medikamenten.

Der milde Winter tut den Rest: "Sie brüten durch und sind geschwächt – perfekt für die Milbe", sagt Tino Lorz (48), Vorsitzender des Imkervereins Dresden.
Für Berufsimker eine Katastrophe. Doch nicht nur das: Sie müssen auch noch mit gestrecktem Billighonig aus dem Supermarkt konkurrieren.
"Ein Imker muss mindestens sieben Euro pro Glas nehmen, um zu überleben", warnt Lorz. Die Krise der Bienen macht auch vor der Ernte keinen Halt: Bienen fliegen erst ab 15 Grad.
Blühen Pflanzen früher, bleiben sie unbestäubt und bilden keine Früchte. Hier könnte die Hobbyimkerei helfen: Die erlebt gerade einen zweiten Frühling.
Können mehr Schilder helfen?
Für die Umwelt ein echter Gewinn, denn so können mehr Pflanzen bestäubt werden. Wie man die Bienen dabei unterstützen kann?
Mit Wildwiesen und Obstbäumen statt Zierpflanzen. Doch nicht jeder mag es wild. Vor allem nicht, wenn es um das Stadtbild geht: "Ich habe bei der Stadt gearbeitet – da riefen Leute an, fragten 'Warum wird hier nicht gemäht?'", erzählt Hobbyimker Tobias Unruh (37).
Sein Vorschlag: mehr Schilder, die erklären "Das ist für die Bienen!". Lorz bringt es auf den Punkt: "Eine gemähte Wiese ist eigentlich wie eine Betonfläche" – und das bringt den Bienen gar nichts.
Titelfoto: Norbert Neumann