Aus für Dresdner Robotron-Kantine: Wird mit Förder-Millionen die Rochsburg saniert?

Dresden - Jedes Ende ist der Anfang von etwas Neuem: Nachdem der Dresdner Stadtrat im Dezember zähneknirschend entschieden hatte, die Robotron-Kantine fallen zu lassen, gelangten die zugesicherten vier Millionen Euro Fördergelder vom Bund wieder auf den Markt.

Das Schloss Rochsburg, vermutlich im späten 12. Jahrhundert gegründet, wird dreiseitig von der Zwickauer Mulde umflossen.  © Kristin Schmidt

100 Kilometer westlich, in Rochsburg (Mittelsachsen), steigen dadurch wiederum die Chancen für die Sanierung des Schlosses.

Mit Auslaufen des Vertrags 2026 spart Dresden zwar mindestens 1,5 Millionen Euro, die aus städtischen Kassen für eine nachhaltige Instandsetzung der Robotron-Kantine nötig gewesen wären. Aber dafür stehen das Kunsthaus und die Ausstellung Ostrale quasi auf der Straße.

"Die Lingnerstadt wird sich in den kommenden Jahren erheblich weiterentwickeln. Gerade an dieser Stelle ist es sinnvoll, Gemeinschaftsorte zu erhalten", klagte Stadtrat Stefan Engel (32, SPD) jüngst.

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Fakt ist: Die Mehrheit an Stimmen von CDU, AfD und Team Zastrow sollte zukunftsweisend sein.

Sowohl die 1,5-Millionen-Euro-Spende der US-Bankiersfamilie Arnhold als auch die satten vier Millionen Euro vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen wurden aufgegeben.

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Der Dresdner Stadtrat entschied sich, die Robotron-Kantine als Kultur- und Kunstraum aufzugeben.  © imago/Sven Ellger

Schloss-Chefin Kathrin Hillig sieht dringenden Handlungsbedarf

Kathrin Hillig (61), Chefin des Schlosses, braucht 22 Millionen Euro zur nachhaltigen Sanierung und Modernisierung des Schlosses. Vier Millionen sind dabei Ende 2024 in Dresden liegengeblieben.  © Schloss Rochsburg

In einer Schleife der Zwickauer Mulde, auf einem Felsvorsprung, ragt die spätgotische Rochsburg inmitten eines Naturschutzgebietes hervor.

Dass Dresden die Förder-Millionen nicht nutzt, motiviert Schloss-Chefin Kathrin Hillig (61), die Fördermittel nach Mittelachsen zu holen: "Von Schönheitsreparaturen über Modernisierung und Sanierung bis zu größeren Umbauten besteht auf allen sechs räumlichen Ebenen Handlungsbedarf."

Auch die Anbindung eines Aufzugs zur Barrierefreiheit sei Teil des Konzepts, das sich auf rund 22 Millionen Euro beläuft. Da kämen die vier Millionen aus Dresden gerade recht.

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