Schon bald ist Schluss: Altmockritzer Bauernstube schließt nach 22 Jahren
Dresden - Nach 22 Jahren Betrieb ist die Altmockritzer Bauernstube immer noch jeden Abend rappelvoll. Trotzdem müssen sich die Wirte Uwe Schmidt (68) und Angela Reinhardt (66) zur Ruhe setzen. Ende März schließen sie ihr Lokal, bringen zum allerletzten Mal herzhafte Hausmannskost an den Tisch.

Seit jeher sind Speis und Trank in der Bauernstube deftig, die Räumlichkeiten urig. An den Wänden hängen Andenken an ein früheres, ländlicheres Altmockritz: darunter antike Bauernwerkzeuge wie Harke, Sense oder Mistgabel.
"Ich bin hier groß geworden, meine Großeltern hielten Pferde, Kühe und Schweine auf ihrem Hof. Mir war wichtig, dass dieses Lokal nicht steril wird", erklärt Wirt Uwe Schmidt.
Der gelernte Fleischermeister betreibt die Bauernstube seit 2003 in einem Fachwerkhaus am Kaitzbach. Als er damals sah, dass ein Nachmieter gesucht wird, war er voller Tatendrang. "Altmockritz braucht eine gute Gaststätte, war mein Gedanke."
Schon damals an seiner Seite war Partnerin Angela - eine gelernte Kellnerin. Gemeinsam richteten sie das Restaurant ein, machten es zu einer Institution im Dorfkern.



Der Körper macht die anstrengende Arbeit nicht mehr mit - Hoffnung auf Nachfolger

Regelmäßig kehren heute Stammtische ein, treffen sich pensionierte Professoren oder ehemalige Dynamo-Fußballer auf ein Frischgezapftes. Ein Ereignis auch die "Schlachtfeste" mit Wurstwaren aus Eigenproduktion, darunter frische Sülze, Wurstbrühe oder Blutwurst.
"Unsere Tische sind täglich vollbesetzt", so Schmidt. Aber damit soll bald Schluss sein. Denn aus gesundheitlichen Gründen werden sich Uwe Schmidt und Angela Reinhardt zurückziehen.
Obwohl es den Wirten schwerfällt, ihre Gaststätte aufzugeben, nur: "Die Arbeit in der Gastronomie verlangt körperlich viel ab." Das Paar ist bereits dabei, Inventar zu verkaufen und zieht bald in eine Plattenbauwohnung nach Zschertnitz um.
"Vielleicht findet sich ein Nachfolger für unsere Bauernstube", hoffen beide wehmütig. "Genug Kundschaft für gute Hausmannskost gibt es."
Titelfoto: Stefan Häßler