Pirna - Das Herz vom Zuschendorfer Schlossgärtner Matthias Riedel (66) gehört den Kamelien und schlägt für seine "Kameliendame" Marion (65). Denn sie ist nicht nur seine Ehefrau, sondern auch Expertin in Sachen Kamelien.
Gemeinsam bereiten sie mit ihrem Team die 22. Deutsche Kamelienschau vor, die ab dem morgigen Samstag mit über 1000 Blüten von über 500 Sorten das Landschloss und seine Besucher in einen wahren Kamelienrausch versetzt.
"Seit 2003 sind wir Gastgeber der Schau und werden auch international beachtet", sagt Riedel stolz. "Anfangs dauerte die Schau nur drei Tage." Heute werden die vergänglichen Schönheiten eine Woche präsentiert - und danach bis 13. April von sächsischen Blüten ersetzt.
"Dafür stellen wir extra unsere Heizung ab", schmunzelt Riedel. "Die Kamelien lieben es frisch."
In diesem Jahr werden die Blüten unter dem Motto "Kamelienwelten - Die Kamelie, mal aristokratisch, mal erotisch oder ein Symbol für Göttlichkeit, Perfektion Schönheit und den Neuanfang" ausgestellt. Der Titel klingt wie eine Liebeserklärung. Und die Riedels sind sich auch einig, wer ihnen die Liebste ist: die Sorte "Frau Minna Seidel". "
Sie ist grazil, perfekt im Blütenbau, von zartem Rosa und so apart wie Porzellan", schwärmt Marion Riedel über die Ende des 19. Jahrhundert aus Japan importierte Sorte. "Sie ist die perfekte Blüte, um am Knopfloch getragen zu werden."
Lange Zeit die meistverkaufte Sorte in den USA
Die Favoritin wächst nicht nur im privaten Gewächshaus der Riedels, sie war auch lange Zeit die meistverkaufte Sorte in den USA.
"Heute sind vor allem Neuzüchtungen aus Neuseeland beliebt", weiß Riedel. Noch viel mehr Geschichten um die Symbolblume der Frauenrechtler wie auch der käuflichen Liebe erzählt die Schau in Zuschendorf.
Die Schau ist Di-So (10-17 Uhr), im März auch montags (10-16 Uhr) geöffnet. Eintritt: 7,50/6 Euro. Informationen: kamelienschloss.de
Pillnitzer Kamelie öffnet ihre Knospen
Aus nächster Nähe sind Kamelienblüten auch in Pillnitz zu bestaunen. Das Kamelienhaus im Schlosspark öffnet ab dem morgigen Samstag wieder täglich (10-17 Uhr) für Besucher.
Das Glashaus beherbergt die über 250 Jahre alte Kamelie, die als älteste nördlich der Alpen gilt. Die "alte Dame" hat sich in diesem Jahr mit der Blüte etwas länger als üblich Zeit gelassen, doch jetzt beginnt sie, ihre tausenden, prall gefüllten Knospen zu öffnen. Zur Hauptblüte Mitte März erwartet Besucher ein Blumenmeer aus karminroten, (leider) nicht duftenden Blüten, welches den neun Meter hohen Kamelienstrauch einhüllt.
Auf zwei Etagen kann die Kamelie umrundet werden. Eintritt: 5 Euro. Mit der Jahreskarte "Gartenfreund für 1 Jahr" für 15 Euro kann die Kamelie beliebig oft besucht werden.