Immer mehr Dresdner machen Sport im Verein, aber ...
Dresden - Wow! Aktuell sind mehr als 127.000 Dresdner Mitglied in einem Sportverein - neuer Rekord! Nach dem Tiefpunkt der Corona-Flaute 2022 (109.000 Mitglieder) erleben die Vereine einen regelrechten Aufschwung. Doch die steigende Begeisterung für den Sport trifft auf marode Infrastruktur und knappe Finanzmittel.

Sport in Dresden erlebt dank des Mitgliederbooms einen zweiten Frühling, wie der Stadtsportbund mitteilt.
Viele Vereine müssen sogar Wartelisten für Mitglieder in spe anlegen, weil sie nicht genügend Übungsleiter oder ausreichend Trainingsstätten haben.
Zudem sind viele Sportstätten in die Jahre gekommen. Geld für Sanierungen fehlt, Neubauten sind kaum realisierbar.
Erfreulich: Der Anteil der "Best Ager" (50 Jahre und älter) stieg um 2000 auf über 35.000 Sportler an.
Auch der Bereich Rehasport wuchs um 343 Aktive an. Bei den Jüngsten gibt es einen klaren Trend: Kinder bis sechs Jahre zieht es besonders in den Bergsport.
Der ist mit mehr als 11.000 Kletterfreunden so beliebt wie kein anderer Sport - mit Ausnahme vom "König Fußball" mit gut 14.500 Mitgliedern (Dynamo ist da noch gar nicht mitgezählt).
Finanzmittel für Sportvereine sind knapp

Laut Sportbund-Geschäftsführer Robert Baumgarten (55) seien im geplanten Haushalt, der in dieser Woche im Stadtrat beschlossen werden soll, kaum Mittel vorgesehen.
"Es ist nur ein Kunstrasenplatz geplant, und einige Mittel werden in größere Stätten wie Joynext-Arena im Sportpark Ostra fließen. Das ist weit weg von der Idee, jährlich 10 Millionen Euro in Sanierungen oder Neubauten zu investieren", kritisiert Baumgarten.
Besonders angespannt ist die Lage im Schwimmsport (6000 Mitglieder).
Vereine fordern den Erhalt des Elbamare-Bades in Gorbitz, den Neubau einer Schwimmhalle in Klotzsche sowie ermäßigte Nutzungsgebühren für Vereinsmitglieder.
Laut Sportbund könne das aber nur mit ausreichender Förderung des Freistaates realisiert werden.
Titelfoto: Norbert Neumann