Dresdner Künstler bibbern vor Atelier-Mangel!
Dresden - Dresdens Kreative in Not! Vor allem im Bereich der bildenden Künste gibt es zu wenig Räume, in denen Maler, Bildhauer und Co. arbeiten oder ausstellen können, warnen die Linken und wollen jetzt im Stadtrat dagegen vorgehen.

Dresden rühmt sich, eine Kunststadt zu sein. Doch schon seit Jahren wandern viele junge Kreative nach ihrem Abschluss an der Hochschule für Bildende Künste (HfBK) nach Leipzig oder auch Berlin ab, wo sie mehr Platz zur Entfaltung erwartet.
Denn seit der Jahrtausendwende wird städtischer Raum zunehmend knapper, die Mieten für Ateliers und Werkstätten steigen teils rasant. "Gerade die Gruppe der bildenden Künstler mit rund 600 Kreativen in Dresden kann sich das nicht leisten", sagt Linken-Stadträtin Anja Apel (63).
Betroffen auch Anne-Ailine Krause (35): "Ich muss darum zu Hause arbeiten, habe mein Schlafzimmer aufgeteilt", bedauert die Malerin.
Besserung ist nicht in Sicht, zumal die Zukunft weiterer Gebäude, die aktuell noch an Künstler vermietet werden, unsicher ist.

Häuser für Künstler: OB Dirk Hilbert soll Ankauf prüfen

Apel nennt die Liegenschaften im Alten Leipziger Bahnhof, das Künstlerhaus Dresden-Loschwitz und das Areal an der Gostritzer Straße (Kunst und Bau).
OB Dirk Hilbert (51, FDP) soll den Ankauf dieser Objekte prüfen, um die Nutzung der Räume für Künstler dauerhaft zu sichern, fordert die Linksfraktion darum in ihrem Antrag.
Außerdem soll die Stadt eine Zwischennutzung leerer Gebäude auch für Ateliers prüfen, wie etwa die alte Stätte des "theater junge generation" (tjg) in Cotta.
Auch in Kultur- und Nachbarschaftszentren könnten Künstler Platz finden, etwa im Volkshaus Cotta oder dem Palitzschhof (nach Sanierung).
Hilbert soll zudem über bestehende Hindernisse im "Kulturentwicklungsplan 2020" berichten. Um die gesteckten Ziele zu erreichen, fehle es offenbar an Geld und Liegenschaften, so Apel.
Im Dezember soll der Antrag im Stadtrat behandelt werden.
Titelfoto: Bildmontage: Petra Hornig, Steffen Füssel