"Ich mache meinen Garten zum Kunstwerk" - Radebeuler Künstlerin zeigt Tausenden ihre kleine Idylle
Radebeul - Sukkulenten und Lebensbäume wetteifern mit Farn und Oleander in Radebeul ums prächtigste Grün.
Mittendrin in ihrem Garten sitzt Gerlinde Queißer (76) auf einer Sandsteinbank und hält das Gemälde "Kasperiade" ihres 2016 verstorbenen Mannes, Maler-Poet Max Manfred Queißer, in Händen.
Das Bild wird am Wochenende bei der Aktion "Kunst geht in Gärten" zu sehen sein. 90 Künstler stellen dann in 26 Radebeuler Gärten ihre Kunstwerke aus - vorbehaltlich des Dauerregens.
Vorsorglich hat sie in ihrem Garten an der Meißner Straße 247 zwei Zelte aufgebaut. Den Skulpturen ihres Mannes und befreundeter Künstler würde ein Regen nichts ausmachen, wohl aber den Gemälden - und den Musikern, die an beiden Tagen (13-18 Uhr) in ihrem Garten auftreten. Gerlinde Queißer öffnet ihr Gartenparadies zum fünften Mal für die Kunstaktion. "Ich bin seit dem ersten Jahr dabei. Das war 2020. Die Ausstellung in Gärten war Corona geschuldet."
Aber so erfolgreich, dass sie nach der Pandemie fortgesetzt wurde. 1500 Gäste genossen im Vorjahr die grüne Präsentation.
Radebeuler Innenarchitektin öffnet ihre "Seelenlandschaft"
"Vielleicht zeige ich im nächsten Jahr meine eigenen konstruktivistischen Arbeiten", überlegt die Innenarchitektin, während sie ihrer Schildkröte ein frisches Salatblatt anbietet.
"Die Griechische Landschildkröte hat mein Mann mit in die Beziehung gebracht, zusammen mit einem Amboss - und das Ganze im gemeinsamen Zimmer auf acht Quadratmetern." Über 50 Jahre später beherbergt sie 13 Schildkröten und unzählige Geschichten in ihrem Garten, der ihre Seelenlandschaft ist.
Infos: radebeul.de/stadtgalerie. Eintritt frei. Getränke gibt's vor Ort, ein Glas ist mitzubringen.
Titelfoto: Montage: Christian Juppe