W-Lan & Klimaanlage! Das sind Dresdens neue Straßenbahnen
Dresden - Bahnfahren wird in der Landeshauptstadt bald noch komfortabler: Hersteller Bombardier liefert 30 supermoderne Stadtbahnen nach Dresden. Die bieten mehr Platz für Fahrgäste und sind mit LED-Beleuchtung, Ladesteckdosen und Klimaanlage ausgestattet.
"Dresden ist eine Straßenbahnstadt", sagt Oberbürgermeister Dirk Hilbert (47, FDP). Die Dresdner Verkehrsbetriebe befördern jedes Jahr etwa 165 Millionen Fahrgäste.
In den vergangenen drei Jahren sei die Zahl der ÖPNV-Fahrer nochmals stark angestiegen, so der OB.
Die neuen Super-Straßenbahnen sind 35 Zentimeter breiter als die bisherigen Fahrzeuge. Darin können bis zu 290 Passagiere befördert werden. Das sind 30 mehr als in den aktuell größten Wagen.
An den Seiten sind jeweils zwei Sitzplätze mit größerem Sitzabstand angeordnet. Zusammen mit den Panoramafenstern sorgt das für mehr Fahrgastkomfort.
Zudem verfügen die Wagen über eine LED-Ambientebeleuchtung, kostenloses WLAN und USB-Ladebuchsen für Tablets und Smartphones. Die wohl wichtigste Neuerung: Eine Klimaanlage sorgt im Sommer für angenehme Temperaturen.
Bahnen kommen wieder von Bombardier aus Görlitz und Bautzen
Die neuen Stadtbahnen werden an den Bombardier-Standorten Görlitz und Bautzen gefertigt. Die Kosten pro Fahrzeug liegen bei etwa 4,2 Millionen Euro.
Der Auftragswert beläuft sich insgesamt auf 197 Millionen Euro. Inbegriffen sind Herstellung, Service und Wartung. Die neue Stadtbahn-Flotte soll bis Herbst 2023 ausgeliefert sein.
Wer das nicht abwarten kann, hat die Möglichkeit, Anfang 2020 im Verkehrsmuseum in einem Holzmodell in Originalgröße Probe zu sitzen.
Ende nächsten Jahres soll zudem ein Prototyp der Super-Bahn zu Testzwecken durch Dresden rollen, kündigt DVB-Chef Andreas Hemmersbach (50) an.
Was wird eigentlich aus den Tatra-Bahnen?
Die Inbetriebnahme der neuen Stadtbahnen markiert gleichzeitig das Ende einer Ära: Die Zeit der legendären Tatra-Straßenbahnen ist bald vorbei. Das kündigt DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach (50) an.
Derzeit seien noch 18 solcher Bahnen in Dresden im Einsatz - allerdings nur für Sonderfahrten.
"Die Tatra-Wagen sind nicht mehr zeitgemäß", so der DVB-Chef. Das läge vor allem daran, dass sie nicht barrierefrei sind, Ein- und Ausstieg gerade für ältere Menschen ein großes Hindernis darstellen.
Die Straßenbahnwagen wurden in der ehemaligen Tschechoslowakei hergestellt und kamen vorwiegend in den Ländern des einstigen Ostblocks zum Einsatz. Im Jahr 1967 rollte der T4D-Prototyp erstmals durch Dresden.
Nach 41 Jahren wurden die Bahnen 2011 in den (vorläufigen) Ruhestand geschickt. Seit 2017 waren wieder vermehrt Tatras in der Stadt unterwegs.
Titelfoto: Bombardier Transportation (Visualisierung)