"Herr Förster, Ihre Flinte knallt!" im Boulevardtheater: Es war schon mal freizügiger
Von Lilli Vostry
Dresden - Der Förster liebt seinen Wald und die Tiere. Doch in letzter Zeit gehen dort seltsame Dinge vor sich. Ein Wilddieb treibt sein Unwesen, des Försters Frau geht fremd, Tochter Liesl gerät auf Abwege und dann taucht eine hübsche und knallharte Polizistin im Revier auf, die einen Trickbetrüger sucht.

Das führt zu allerlei pikanten Turbulenzen, bei denen Hirn, Lust, Liebe und Triebe reichlich durcheinander schießen im Stück "Herr Förster, Ihre Flinte knallt!" von Clemens Wolkmann. Im Reigen frivoler Aufführungen für Zuschauer ab 18 Jahren hatte es Premiere im Boulevardtheater.
Die Bühne ist in grünes Licht getaucht mit Waldkulisse. Mitten in die Idylle kracht ein Schuss. Eine Frau in Lederjacke hält eine versehentlich geschossene Flugente in der Hand und die Pistole auf den Förster Karl-Eduard von Schniedenschütz (Carsten Beiß) gerichtet, der mit Flinte über der Schulter lässig dasteht.
Kommissarin Heidi Lauer (Sabrina Anderlik in mehreren Rollen) sucht einen flüchtigen Ganoven. Nach einigen Wortgefechten bandeln die beiden an, und bald liegt der Förster buchstäblich auf der Lauer, im Wald und auf der Heidi.
Die Stimmung wird angeheizt mit Waldhorn und Schlagerklängen. Die Försterliesel (Elisabeth Kirch) läuft im kurzen Dirndlkleid umher und trifft sich heimlich mit Wilddieb Kevin (Patrick Gast). Er bringt ihr die geschossenen Tiere zum Verkauf. Mal ein junges Wildschwein, Hasen oder einen stattlichen Aal, der aus seiner Unterhose hängt, und die alte, liebestolle Frau Leutheuser-Schnarrenthal (Ulrike Mai) in Ekstase versetzt.
Unter Regie von Jürgen Mai kommt die Inszenierung durchgeknallt und derb komisch auf die Bühne. Warum dieses Stück erst ab 18 zugelassen ist, ist allerdings verwunderlich. In den vorigen Stücken dieser Art ging es freizügiger zu.
Titelfoto: Robert Jentzsch