Sie sollten Geld in den Müll werfen: Rentnertrick geht nach hinten los
Dresden - Das lief mal ganz anders als geplant: Im Dresdner Stadtteil Striesen versuchte ein falsches Ermittler-Team ein Rentnerpaar abzuziehen. Um ein Haar hätten die Senioren tatsächlich 88.000 Euro verloren - doch am Ende siegte zum Glück die Skepsis. Statt Geld gab es für den Laufburschen (18) der mutmaßlichen Betrügerbande eine Nacht in der Zelle.

Gegen 8.30 Uhr hatte bei den Senioren das Telefon geklingelt: "Am Telefon meldete sich ein angeblicher Beamter der Kripo", sagt Lukas Reumund (47), Sprecher der echten Polizei. Eine Einbrecherbande hätte ihre Wohnung im Visier, alle Wertsachen müssten sichergestellt werden.
Tatsächlich hatten die beiden 88.000 Euro Bargeld im Haus und fielen zuerst auf die dreiste Masche herein. Zumal sich nach dem falschen Polizisten auch noch ein falscher Staatsanwalt meldete. Das Geld sollten die beiden in die Altpapiertonne einer nahen Sportstätte werfen.
Nun wurde der Mann skeptisch und alarmierte die echte Polizei. Die Beamten und der Rentner drehten den Spieß um: Der Rentner warf am Abend einen Beutel mit einem Karton in die benannte Tonne. Geld war keins darin. Dafür lauerte die Polizei in der Nähe. Die Beamten mussten nicht lange warten, da tauchte ein junger Ghanaer auf, wollte sich den Beutel greifen. Stattdessen schnappte ihn die Polizei.
Nach einer Nacht in der Zelle und seiner Vernehmung kam er wieder auf freien Fuß. Die Ermittlungen gegen ihn und die mutmaßlichen Hintermänner dauern an.
Titelfoto: Ove Landgraf