Kriminalität in Dresden: Polizeipräsident sieht Licht und Schatten

Dresden - Gegen den Trend: Während sachsenweit die Ermittler mehr kriminelle Jugendliche und Kinder auf dem Schirm haben, ging diese beunruhigende Entwicklung in Dresden zurück.

Die Dresdner Polizei zählte im vergangenen Jahr über 47.000 Straftaten. (Symbolbild)
Die Dresdner Polizei zählte im vergangenen Jahr über 47.000 Straftaten. (Symbolbild)  © Robert Michael/dpa

Ein Grund zur Entwarnung ist das noch nicht, denn die Zahl der einfachen und gefährlichen Körperverletzungen bei der Jugend hat sich erhöht. 47.305 Straftaten zählte die Polizei im vergangenen Jahr in Dresden, ein leichter Rückgang von den 47.439 im Vorjahr.

Seit Jahren unangefochtener Spitzenreiter der Polizeistatistik: Diebstahl. 20.078 dieser Delikte zählten die Ermittler, die meisten davon mit 5513 aus Geschäften.

Der Polizeipräsident sieht bei der Kriminalitätsentwicklung Licht und Schatten: "So stehen weniger Raub und Rauschgiftdelikten mehr gefährliche Körperverletzungen und Sachbeschädigungen gegenüber", so Lutz Rodig (61).

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Auf der Licht-Seite sieht die Polizei die Entwicklung bei der Jugendkriminalität: Waren 2023 noch 10,9 Prozent aller Tatverdächtigen Jugendliche, 6 Prozent Kinder, scheint der Anstieg der vergangenen Tage gestoppt. 2024 waren 9,4 der mutmaßlichen Kriminellen jugendlich, 5,7 Prozent Kinder.

Polizeipräsident: "Jugendkriminalität ist Spiegelbild gesellschaftlicher Probleme"

Polizeipräsident Lutz Rodig (61). (Archivbild)
Polizeipräsident Lutz Rodig (61). (Archivbild)  © Thomas Türpe

"Jugendkriminalität ist oft ein Spiegelbild gesellschaftlicher Probleme, wie etwa sozialer Ungerechtigkeit, schlechten Bildungschancen oder familiären Schwierigkeiten", interpretiert der Polizeipräsident die Zahlen.

"Wenn junge Menschen Straftaten begehen, kann das zudem auf ein Versagen von Präventionsmaßnahmen oder Unterstützungssystemen hinweisen. Vor diesem Hintergrund bewerte ich es als Erfolg, dass sich 2024 – entgegen dem sachsenweiten Trend – in Dresden prozentual weniger Kinder, Jugendliche und Heranwachsende unter den ermittelten Tatverdächtigen befanden."

Auch bei Jugendlichen und Kindern führt der Diebstahl (1559 Fälle) die Statistik an, gefolgt von Schwarzfahren (627 Fälle). Doch an dritter Stelle kommen schon die 468 Gewaltdelikte. Darunter zählt die Polizei alles, was über gefährliche Körperverletzung geht.

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Dazu kommen nochmal 427 Fälle der einfachen Körperverletzung.

Rekordwert bei gefährlichen Körperverletzungen

Die Tendenz ist in den meisten Bereichen der Jugendkriminalität rückläufig. (Symbolbild)
Die Tendenz ist in den meisten Bereichen der Jugendkriminalität rückläufig. (Symbolbild)  © Eric Münch

Sanken die Raubfälle in dieser Altersgruppe von 194 auf 148 Fälle, stiegen die von gefährlicher Körperverletzung von 264 auf 298 Fälle. Ein neuer Rekordwert der vergangenen zehn Jahre, wie auch bei der einfachen Körperverletzung.

Darüber hinaus ist die Tendenz in allen anderen Bereichen außer Bedrohung bei der Jugendkriminalität rückläufig.

In der Gesamtkriminalität sieht es recht ähnlich aus: Auch hier sind die Raubstraftaten von 496 auf 419 Fälle gesunken. Dafür stiegen die Zahlen der gefährlichen und schweren Körperverletzung von 1245 auf 1281 Fälle.

"Daher bleibt die Gewaltkriminalität unser absoluter Schwerpunkt", so Polizeipräsident Rodig. "Gerade Gewaltdelikte im öffentlichen Raum beeinflussen das Sicherheitsgefühl im besonderen Maß."

Mit neun Mord- und Totschlagsdelikten ist auch in diesem Bereich die Tendenz rückläufig: Im Jahr 2023 gab es 15 dieser Fälle.

Titelfoto: Bildmontage: Robert Michael/dpa, Thomas Türpe

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