Computer-Ärger an Schulen: Politiker fordern IT-Hausmeister
Dresden - Die Corona-Krise hat es an den Tag gebracht: Moderner Unterricht, der alle Schüler erreicht, ist ohne Computer-Technik nicht mehr denkbar.

Ob Digitaltafeln im Klassenzimmer oder Laptops für den Fernunterricht - neue Gerätschaften haben in den vergangenen beiden Jahren auch in Dresden im Express-Tempo Einzug gehalten.
Leider auch die technischen Probleme wie Verbindungspannen oder Systemabstürze. Für die Abhilfe fordern Rathauspolitiker jetzt ein "Servicecenter Schule" - oder einfach gesagt: den IT-Hausmeister.
Wie hilfreich das wäre, wissen Informatiklehrer wie Florian Dießner (26). Er unterrichtet nicht nur das Fach an der 30. Oberschule, er bringt auch die Systeme bei Problemen wieder in Schwung.
"Wenn Geräte nicht funktionieren, suchen die Kollegen meine Hilfe", so Dießner. "Dann lasse ich meine Klasse allein zurück, bis die Technik wieder läuft. Das alles stört den Unterrichtsablauf." Ähnlich läuft es an vielen anderen Dresdner Schulen, die sich mit diesen Problemen alleingelassen fühlen.
Die Idee mit dem IT-Techniker auf Zuruf wird von der CDU-Fraktion im Stadtrat propagiert. Ihre Kollegen von der FDP wollen sogar noch weiter gehen: In Schulen mit mehr als 500 Schülern sollte ein IT-Administrator permanent anwesend sein.
Skeptischer ist die SPD. Dresden verfüge demnach bereits über einen Eigenbetrieb, der sich um die SOS-Meldungen der Schulen kümmere. Rathausangaben zufolge wurden von 2018 bis Beginn dieses Jahres für Betrieb und Wartung der IT-Landschaft in den Dresdener Schulen rund 8,8 Millionen Euro aufgewandt. Bis Ende 2023 steht eine weitere Millionensumme zur Verfügung.





IT-Experten sind an Dresdens Schulen schwer gefragt
Die Grünen setzen dagegen auf Lehrerfortbildung: "A und O ist die digitale Kompetenz der Lehrer*innen, die durch das Land hergestellt werden muss", so die Grüne Agnes Scharnetzky. Auch die "Dissidenten" setzen auf Schulungen.
Seine Kompetenzen hat sich Informatik-Lehrer Dießner selbst regelrecht erkämpfen müssen, seitdem er an seiner Schule Informatik und Wirtschaft-Technik-Haushalt/Soziales unterrichtet.
Vize-Schulleiter vom Gymnasium Klotzsche, Jens Rieth (48), setzt auf Hilfe von Experten: "Wir brauchen Ansprechpartner auf einem kurzen Dienstweg vor Ort. Das sollten jedoch keine Lehrer sein."
Titelfoto: Petra Hornig