Auf in den Norden! Jetzt dampft "Dresden" wieder nach Hamburg
Dresden - Normalerweise pendeln die weißen Riesen der Dampfschifffahrt auf der Elbe zwischen Meißner Weinbergen und Sächsischer Schweiz. Jetzt aber geht ein Dampfer der "Weißen Flotte" auf ganz große Fahrt. Die "Dresden" sticht am heutigen Samstag sozusagen in See, begibt sich auf Kreuzfahrt bis nach Hamburg.

An Bord des Flaggschiffs (1926 gebaut) hat sich die Crew auf die ersehnte Zweitauflage der Hamburg-Fahrt vorbereitet.
Dabei wird der Dampfer über 500 Kilometer hinter sich lassen und natürlich wie bei einer richtigen Kreuzfahrt Stopps einlegen.
So machen die 105 Fahrgäste aus Deutschland und der Schweiz etwa in Torgau, Wittenberg oder Dessau Station, wo auch Stadtführungen und Hotelübernachtungen anstehen. Am 9. April endet die Tour (Hin- und Rückfahrt 3250 Euro) in Lauenburg, einem Vorort von Hamburg.
"Mit Tränen in den Augen", erzählt Mitveranstalter Michael Hillmann (52), seien die Fahrgäste 2023 schon, über die damalige innerdeutsche Grenze gefahren.

Das Ziel der Zeitreise auf dem Wasser sei, dass "die Alltagssorgen der Leute in die Elbe fallen". Sein persönlicher Höhepunkt: das "Captain's Diner", bei dem Besatzung und Gäste zu einem schicken Abendessen in einem Magdeburger Hotel zusammenkommen.

Kreuzfahrt über 500 Kilometer bis in den Norden

Auch Petra Henke (58) von der "Weißen Flotte" war in die Vorbereitung involviert: "Die Situation der Carolabrücke war eine Herausforderung, da wöchentlich neue Anforderungen der Stadt für die rechtzeitige Durchfahrt der 'Dresden' dazukamen."
Die Eventmanagerin ist zuständig für die Programmgestaltung an Bord. Während der Vorbereitungen habe sie gemerkt, "dass die Gäste auch mal Zeit für sich brauchen".
Trotzdem soll unter anderem Unterricht in "Seemannsgarn" und eine Weinverkostung für gute Unterhaltung sorgen.

Für alle Dampfschiff-Liebhaber ist die Rundfahrt mit dem Raddampfer "Kaiser Wilhelm" in Hamburg die Hauptattraktion. Interessant: Das Schiff soll zu seinem 125-jährigen Jubiläum schon bald auf nostalgische Reise gehen - zum Gegenbesuch in Dresden.
Titelfoto: Imago/Andreas Weihs