Chemnitz: Was wird aus den Teufelsbrücken im Zeisigwald?
Chemnitz - Was wird aus den Chemnitzer Teufelsbrücken im Zeisigwald?

Der Zustand der Denkmalruinen ist mehr als bedenklich, doch seit dem Haushaltsbeschluss ist ein Lichtstreif am Horizont aufgezogen. Die CDU/FDP-Fraktion hatte im Stadtrat für die nächsten beiden Jahre je 3000 Euro durchgedrückt.
"Ich finde das sehr traurig, dass die Brücken so vor sich hindümpeln und gar nicht mehr als historisches Denkmal im Fokus der Stadt stehen", ärgert sich Yvonne Kilian (46, FDP).
"Bis vor zehn Jahren hat der Förderverein Naturkundemuseum noch Führungen dort angeboten."
Um 1880 waren die Teufelsbrücken als Zugang zum früheren Porphyr-Steinbruch entstanden. "Vor allem die Mauerkrone ist in einem nicht mehr sicheren Zustand", muss Baubürgermeister Michael Stötzer (52, Grüne) einräumen.
Durch Finanzspritzen aus dem Denkmalschutz habe man in den vergangenen Jahren nur die Mauerbögen in der Schlucht sanieren und den Wildwuchs rund um die Mauerkrone beseitigen können.


Geld gibt es aktuell nur vom Freistaat

Schon vor gut zwei Jahren hatte der ehemalige Stadtrat Bernhardt Herrmann (59, Grüne) Alarm geschlagen: "Entweder muss das ganze Bauwerk aufwendig gesichert werden. Oder ein Teil der Mauern muss abgetragen und der Hang abgeschrägt werden", so Herrmann im Jahr 2022.
Er ist bis heute Mitglied im Förderverein.
"Wir hatten die Teufelsbrücken in unserem Wahlprogramm", erzählt FDP-Stadträtin Yvonne Kilian. "Ich könnte mir vorstellen, dass man das Denkmal mit in die Museumsnacht als Anlaufpunkt einbindet."


Doch dazu müssen die Mittel aus dem beschlossenen Haushalt wirklich zur Verfügung stehen. Bislang hat die Landesdirektion die Chemnitzer Stadtfinanzen noch nicht einmal genehmigt. Geld gibt es aktuell nur vom Freistaat für weitere Sicherungsmaßnahmen.
Titelfoto: Sven Gleisberg