Schuldnerberatung boomt: Immer mehr Chemnitzer haben Probleme
Chemnitz - Immer mehr Chemnitzern wachsen ihre Schulden über den Kopf. Allein 550 Hilfesuchende wandten sich im vergangenen Jahr an die Schuldnerberatungsstelle im Sozialamt - ein Zuwachs von 160 Prozent gegenüber 2023.

Auch die freien Träger verzeichneten einen größeren Andrang: Die Arbeiterwohlfahrt beriet 1037 Schuldner (plus 75 Prozent), die Caritas 266 (plus 61 Prozent).
Diese Zahlen teilte Sozialbürgermeisterin Dagmar Ruscheinsky (65, parteilos) nach einer Anfrage der Fraktionen von Linken und Grünen mit.
Die Stadtverwaltung reagierte auf den Ansturm, indem das Personal von 1,1 auf 2,9 Stellen aufgestockt wurde und die freien Träger rund 70.000 Euro mehr Fördermittel erhielten.
Linken-Chefin Susanne Schaper (47) lobt: "Die Stadt Chemnitz hat die Notlage vieler Menschen klar erkannt und Maßnahmen ergriffen, um den Beratungsbedarf abzudecken." Die Finanzierung müsse ausreichend fortgeführt werden, mahnt die Fraktion mit Blick auf die Sparzwänge für den städtischen Haushalt.

Termine für die kommunale Schuldnerberatungsstelle im Moritzhof, Bahnhofstraße 53, können dienstags, 9 bis 12 Uhr, sowie donnerstags, 9 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr, unter Tel. 0371 4 88 55 15 vereinbart werden.
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