Chemnitz: Fahrradspur-Ärger auf dem Kaßberg
Chemnitz - Verschläft Chemnitz die Mobilitätswende? Das Rathaus soll seit Jahren Fahrradstraßen auf Kaßberg und Sonnenberg prüfen, doch bis heute tut sich nichts.

Joseph Israel (24, Grüne) ist sauer: "Wie kann es passieren, dass die Stadtverwaltung einen Prüfauftrag des Stadtrates innerhalb von drei Jahren nicht umsetzt?" Es gibt nur zwei Teilzeit-Radverkehrsplaner im Rathaus. Diese seien ausgelastet, so die Stadt.
Joseph Israel fordert schnell mehr Personal: "Eine fahrradfreundliche Stadt mit 250.000 Einwohnern kann unmöglich mit nicht einmal zwei vollen Stellen gestaltet werden!"
Das sehen auch die Linken so: "Eine bessere Personalausstattung ist notwendig, um den Radverkehr in Chemnitz voranzubringen", meint Stadtrat Heiko Schinkitz (67).
Die anderen Ratsfraktionen sind überwiegend auch für die beiden Fahrradstraßen, treten aber bei der Schaffung neuer Stellen auf die Bremse: "Selbst bei aktuell zwei Teilzeitstellen müsste man doch wenigstens ein paar Ergebnisse sehen. Hier fehlt eindeutig die Effizienz", kritisiert CDU-Stadtrat Falk Ulbrich (56).
"Wir haben in den letzten Jahren viele neue Stellen im Rathaus beschlossen, es sind noch nicht mal alle besetzt", ergänzt Jörg Vieweg (52, SPD).
Die FDP will die Personalsituation ohne Kenntnis der Stellenbeschreibung oder Aufgabenliste gar nicht beurteilen: "Im Zweifelsfall empfiehlt sich der Vergleich innerhalb Deutschlands bei Kommunen einer ähnlichen Größe."
Titelfoto: Sven Gleisberg