Millionen-Projekt: So plant Chemnitz die neue Skaterhalle
Chemnitz - Die Skatehalle "Druckbude" an der Schönherr-Fabrik ist baufällig und zu klein, der Skatepark im Konkordiapark im Sommer überfüllt. Immer mehr Skater, Inliner, BMX-Biker und Scooter fahren sich fast über den Haufen. Ein Roll- und Funsport-Zentrum für bis zu 23 Millionen Euro soll die Bahn frei machen.

Skater Tarek Chaibi (18) fährt selten in der "Druckbude": "Dort ist der Boden so glatt, dass ich bei Flip-Tricks wegrutsche. Eine neue Halle wäre cool." Aber ob, wo, wann und wie die kommt, hängt von Politik und Geld ab.
Sport-Bürgermeister Ralph Burghart (50, CDU) ist ein "totaler Fan des Projekts": "Die Menschen wollen das Zentrum und würden es annehmen. Chemnitz braucht einen Treffpunkt für die Jugend und wäre ein großer Punkt auf der Leistungssport-Landkarte", sagt Burghart.
Architekt Ringo Köhler (42) sieht eine Ablösung etablierter Sportarten durch Funsports: "Die Druckbude ist nur ein geduldeter Zustand. Eine konkrete Entwurfsplanung für das neue, komplexe Projekt kommt frühestens Ende 2021", sagt er.
Vorher müsse die Stadt im Doppelhaushalt 2021/22 den Weg frei machen.


Drei Varianten stehen für neue Skaterhalle zur Wahl

Köhler plant das Zentrum neben der Kletterhalle.
Drei Varianten stehen zur Wahl. Ein Ersatzneubau für 5,5 Millionen-Euro mit 1700 Quadratmetern. Für zehn Millionen Euro wäre ein Olympiastützpunkt mit 3100 Quadratmetern drin.
Die Luxushalle für 22,4 Millionen Euro mit fast 7000 Quadratmetern winkt als Königsweg. Bei Hanglage und schlechtem Baugrund steigen die Kosten.
Außenanlagen und Freiflächen sind auch noch nicht eingepreist. Der Verlauf des Pleißenbachs und schützenswerte Bäume müssten beachtet werden.

Am Dienstag werden die Entwürfe dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Mobilität vorgelegt.
Titelfoto: Montage: Jan Härtel, Ringo Köhler Architektur & Design/Stadt Chemnitz