Guck mal, CVAG! So reagiert VMS auf Personalnotstand
Chemnitz - Tausende Lokführerstellen können bundesweit nicht besetzt werden - aus Personalmangel. Um unabhängiger vom angespannten Arbeitsmarkt zu sein, hat die Citybahn 39 eigene Triebfahrzeugführer ausgebildet.

Vor allem im Hinblick auf das stetig wachsende Chemnitzer Modell sei die Personal-Offensive eine notwendige Maßnahme, sagte VMS-Chef Dr. Harald Neuhaus (62).
"Allein für die Erweiterung nach Aue benötigen wir etwa 30 neue Triebfahrzeugführer."
Auf der 47 Kilometer langen Strecke Chemnitz - Thalheim - Aue sollen Ende des Jahres erste Züge rollen - bis Thalheim im Halbstunden-, weiter nach Aue im Stundentakt. Laut Neuhaus sei eine neue Lokführer-Klasse schon abzusehen. "Es gibt nach wie vor Bedarf."
Die Ausbildung der 39 Lokführer erfolgte in drei Klassen, dauerte nur ein Jahr und kostete eine Million Euro. Damit beschäftigt das Unternehmen nun 100 Lokführer. Bezahlt wird nach Tarif.
"Sieben Monate wurde Theorie geschult, danach ging's vier Monate in die Praxis, wo mit Vario-Bahnen der CVAG und den Citylinks geübt wurde", so Ausbildungsleiter Udo Schieritz (57). Eine von sechs neuen Frauen ist Diana Rüdrich (35): "Ich war vorher im Call-Center und wollte eine komplett neue Ausbildung."
Aus der Personalmisere vom vergangenen Jahr hat auch die CVAG gelernt. "Nach den Ausfällen haben wir deutlich mehr Quereinsteiger eingestellt. Aktuell lernen bei uns 45 Azubis in fünf Ausbildungsberufen", sagt CVAG-Sprecher Stefan Tschök (62).


Titelfoto: Kristin Schmidt