Schwarzfahren mal anders: Busfahrer entdeckt süßen blinden Passagier
Berlin - Hände hoch, hier ist die Polizei! Das hat sich dieser kleine Waschbär scheinbar zu Herzen genommen, als er von den Beamten "abgeführt" wurde, denn er streckt für das "Fahndungsfoto" gleich alle viere von sich.

Wie ein Bandit sieht das kleine Raubtier ja in der Tat aus. Schuld daran ist die typische Fellfärbung um die Augen herum, die wie eine Maske wirkt. Aber wie ist das Tier nun überhaupt in die Fänge der Beamten geraten?
Ganz einfach, der putzige Säuger wurde beim Schwarzfahren in einem BVG-Bus erwischt. "Was ist flauschig, hat ne Maske auf und kein Geld für das 49€-Ticket?", fragte die Polizei Berlin in ihrem Beitrag bei Twitter, der für viel Erheiterung sorgte. Besonders die witzige Pose des niedlichen Kerlchens hatte es den Nutzern angetan.
Der Waschbär wurde am Dienstagabend von einem Busfahrer an Bord seines großen Gelben entdeckt.
Der Fahrer legte an der Endhaltestelle Tempelhofer Damm im Wendekreis eine Pause ein und öffnete dabei zum Durchlüften die Türen. Diesen Moment nutzte das Jungtier offenbar, um an Bord des BVG-Busses zu klettern.

Waschbär wird von Polizei in Gewahrsam genommen und wieder ausgesetzt

Als er seine Fahrt fortsetzen wollte, bemerkte der Buslenker seinen blinden Passagier und wollte ihn aus seinem Gefährt verscheuchen.
Weil der Racker den Bus aber partout nicht verlassen wollte, sah sich der Fahrer dazu gezwungen, die Polizisten zu rufen.
Diese entdeckten den kleinen Kerl gegen 19 Uhr im hinteren Teil des Busses und nahmen ihn behutsam in Gewahrsam. Nach Abschluss der "polizeilichen Maßnahmen" auf dem Abschnitt 44 übergaben die Beamten ihren "Gefangenen" einem Ranger der Naturschutzstation Marienfelde.
Der sorgte dafür, dass das dämmerungs- und nachtaktive Tier am Abend in der Nähe des Fundorts wieder in die freie Wildbahn entlassen wurde und hoffentlich schnell den Weg zurück zu seiner Mama gefunden hat.
Der Kleinbär, der ursprünglich aus Nordamerika stammt, ist längst in der Hauptstadt heimisch geworden. Überall im Stadtgebiet sind die Räuber anzutreffen und breiten sich nahezu ungehindert aus.
Titelfoto: Jörg Carstensen/dpa, Twitter/Polizei Berlin (Bildmontage)