Von Matthias Arnold
Berlin - Im Tarifkonflikt mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) haben die Mitglieder der Gewerkschaft ver.di den Weg für unbefristete Streiks frei gemacht.
In einer Urabstimmung stimmten 95,4 Prozent für diese Möglichkeit, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Gewerkschaftskreisen erfuhr.
Da bis Donnerstag kommender Woche eine Schlichtung zwischen beiden Seiten läuft, ist offen, ob es tatsächlich zum dauerhaften Ausstand kommt.
Ver.di hatte die Tarifverhandlungen für rund 16.000 Beschäftigte Mitte März für gescheitert erklärt und die Urabstimmung angekündigt. Die BVG wiederum forderte, eine Schlichtung einzuberufen. Eine Woche später verständigten beide Seiten sich dann auf die Modalitäten für das Verfahren, in dem sie jeweils einen Schlichter berufen konnten.
Für die BVG ist das Brandenburgs früherer Ministerpräsident Matthias Platzeck (71, SPD). Für ver.di schlichtet Thüringens ehemaliger Regierungschef Bodo Ramelow (69, Die Linke). Während der Schlichtung gilt Vertraulichkeit. Die BVG teilte nach Bekanntwerden des Ergebnisses der Urabstimmung auf Anfrage mit: "Aktuell läuft der gemeinsame Schlichtungsprozess, für den die Vereinbarung 'schlichten und schweigen' gilt."
Knackpunkt in den Verhandlungen ist die Forderung nach 750 Euro mehr im Monat. Die BVG spricht von einer "realitätsfremden und nicht finanzierbaren Forderung". Ver.di wiederum wirft dem Unternehmen vor, die Leistung der Beschäftigten nicht angemessen zu honorieren.