A100-Brücke soll nach Neubau so viele Spuren haben
Von Michel Winde
Berlin - Die marode A100-Brücke im Berliner Westen wird wohl wieder als dreispuriges Bauwerk errichtet.

"Für eine zweistreifige Brücke liegt keine Planung vor. Wir gehen von einem dreistreifigen Ersatzbau aus", sagte der Sprecher der Planungsgesellschaft Deges, Michael Zarth, der Deutschen Presse-Agentur.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hatte zuvor gefordert, die sogenannte Ringbahnbrücke nach ihrem Abriss nur in abgespeckter Form wieder aufzubauen.
Zarth sagte, dass der Neubau nur deshalb vorgezogen werden könne, weil er weitestgehend aussehe wie die alte Brücke. Nur in einem solchen Fall könne man schnell und ohne großes Baurechtsverfahren bauen. Grundlage für den Neubau sei die seit längerem geplante Erneuerung des Autobahndreiecks Funkturm, zu dem die Ringbahnbrücke gehört.
In diesem Rahmen sollen 1,9 Kilometer der Autobahnen A115 und A100 sowie 25 Brückenbauwerke erneuert werden. Das Planfeststellungsverfahren, einer der letzten Planungsschritte vor Beginn von Baumaßnahmen, läuft schon seit einiger Zeit.
Brücke soll bis Ende April abgerissen werden

Zarth verwies darauf, dass das Autobahndreieck den Planungen zufolge trotz mehr Verkehrsaufkommen nicht ausgebaut wird.
Zudem bündele eine solche Stadtautobahn den Verkehr und verhindere, dass er durch die angrenzenden Viertel rolle. Da sei es nicht sinnvoll, die Brücke zu verkleinern.
Die Autobahn GmbH hatte Mitte der Woche mitgeteilt, dass die sogenannte Ringbahnbrücke am Autobahndreieck Funkturm bis Ende des Monats abgerissen werden soll.
Grund dafür ist ein schon seit langem bekannter Riss im Tragwerk des Bauwerks, der sich überraschend vergrößert hatte.
Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa